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Rede zum Abschluss meines Präsidialjahres als Gemeinderatspräsident am 7. April 2014

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Können Sie sich an die Uhr meines Grossvaters erinnern? Die Uhr mit der ich letztes Jahr im Mai meine Antrittsrede eröffnet habe?

Ich habe damals gesagt, dass die Uhr für mich in der Rolle als Gemeinderatspräsidenten Zeitmesser und Zeitgeber sein soll.

Geschätzte Kolleginnen und Kollegen Gemeinderäte, liebe Dame und Herren Stadträte, liebes Publikum

Als Zeitmesser soll sie dienen, um die Redezeit und den Fortschritt der Sitzung im Auge zu behalten. Für das habe ich Sie recht wenig gebraucht. Es war ein geordneter und disziplinierter Ratsbetrieb. Das ist gut so.

Als Zeitgeber hingegen hätte ich sie gerne mehr gebraucht. Ich hätte wesentlich mehr Zeit bieten können, als wir gebraucht haben. Wir hatten wenige Sitzungen, wenige Geschäfte und wenige Diskussion. Trotz der Wahlkampfzeit war es ein eher schwaches Jahr. Die Tiefe Stimmbeteiligung bei den Wahlen passt dabei gut ins Bild.

Ich möchte im Folgenden kurz zurückschauen auf mein Jahr als Präsident und bevor ich mit dem Dank abschliesse noch meinen Wunsch anbringen – mein Wunsch für mehr öffentliche Diskussionen in der Dübendorf Politik!

Wenn ich zurück schaue, dann mag ich mich noch gut erinnern, wie meine Vorgängerin und ihre Vorgänger von der Rolle des GRP geschwärmt haben. Und das kann ich rückblickend nur bestätigen.

Es bleiben vielen schöne Erinnerunge an vielfältige Anlässe.

Der Gemeinderatsausflug ist natürlich ein Höhepunkt des Amtsjahre. Auf der Reise durch Olten hatten wir nicht nur die Gelegenheit die Stadt kennen zu lernen und Parallelen zu Dübendorf zu sehen. Wir hatten vor allem die Gelegenheit unsere GR-Kolleginnen und –Kollegen mal in einem anderen Rahmen zu treffen.

Daneben gab es einige Anlässe des Militärs. An diesen habe ich einen Einblick in eine Welt kriegt, die man als Bürger und normaler Soldat ohne militärische Karriere sonst nie erleben würde. So war ganz interessant am Jahresendrapport in Frauenfeld mal von innen zu hören, wie die Führung des Militärs denkt.

Oder ein anderes Mal durfte ich an einer Podiumsdiskussion in Wetzikon im Rahmen der Einführung des neuen Parlaments den Stimmbürgerinnnen und Stimmbürgern aus der Praxis erklären wie ein Parlamentsbetrieb funktioniert.

Und dann die vielen Anlässe in Dübendorf selber: Anlässe der Jugend- und Stadtmusik, die Pferdesporttage, am ersten August im Festzelt und ASZ, das Mitfahren am Gentlemen Grand-Prix, die Heimatbuchpräsentation, die Eröffnung der Art Dübendorf, der Dübi Award bis hin zum 50 Jahr Jubiläum der Neuapostolischen Kirche oder gestern der Einweihung der neuen Orgel in der katholischen Kirche.

Diese Vertretungen der Politik im gesellschaftlichen Leben von Dübi machen dieses Amt besonders wertvoll und wichtig. Dabei stelle ich fest, dass bei einigen der Vereine das Bewusstsein dafür da ist und sie den GRP oder den GR bewusst einladen, während dem es bei anderen nicht der Fall ist.

Auch wenn die Personen, die ich ansprechen möchte, heute nicht hier im Raum sind, möchte ich an dieser Stelle die Vereine aufrufen, den Kontakt mit der Politik , insbesondere mit dem GR über seinen Präsidenten vermehrt zu suchen.

Wenn ich auf die Arbeit im Rat selber zurückblicke, dann kann ich es sagen es lief alles in geordneten Bahnen, in ein paar wenigen Fällen hätte man über die Wortwahl diskutieren können und beim Zusammenzählen der Stimmen muss man auch schauen konzentriert zu bleiben.

Wenn man den GRP mit einem Piloten vergleicht, der vor allem in Ausnahmesituationen richtig gefordert wird. Dann kann man sagen, mein Präsidialjahr war ein ruhiger Flug.

Wenn ich zurückschaue auf die Sitzungen könnte man auch sagen, der GR war sehr effizient in meinem Jahr als Präsident. Wir hatten mir 6 Sitzungen relativ wenige und einige davon waren auch sehr kurz – so schaffen wir es auch heute fast unter einer Stunde. Auch die Voten selber waren oft kurz und knapp und vor allem gab es wenig hin und her.

Rein wirtschaftlich betrachtet hatten wir also einen sehr effizienten Politbetrieb. Effizienz kann gut sein, wenn es darum geht alltägliche, operative Entscheide zu fällen.

Wenn es darum geht grössere, strategische, langfristige Fragen zu diskutieren und Meinungen zu bilden, dann ist Effizienz kein Kriterium. Das sind oft kreativer Prozesse. Und die brauchen einfach Zeit.

Vor allem aber müssen diese Fragen überhaupt zur Diskussion kommen. Alle Seiten müssen die Fragen diskutieren wollen, im Rat selber aber auch zwischen dem Stadtrat und dem Gemeinderat.

Wenn die Politik nicht mehr öffentlich diskutiert, dann beginnt sie einzuschlafen, zuerst im GR, beim Publikum hier im Saal und schliesslich beim einzelnen Stimmbürger. Die fast historische tiefe Stimmbeteiligung bei den Wahlen passt genau in dieses Bild.

Bei den Themen, die in Dübi anstehen und die auf uns zukommen, darf es nicht weiter einschlafen, da braucht es mehr Aktivität und Engagement.

Darum, lasst uns alle gemeinsam wieder für mehr Diskussionen sorgen, quer durchs politische Spektrum ausserhalb aber vor allem auch in unsere Rat.

Damit der Politbetrieb läuft und um einen Rat gut führen zu können braucht es wesentlich mehr als nur einen Präsidenten. Es braucht viele Unterstützerinnen und Unterstützer. Diesen möchte ich an dieser Stelle von Herzen danken:

Ganz zuerst der Gemeinderatssekretärin Beatrix Peterhans. Ihre tatkräftige Unterstützung macht den Ratsbetrieb erst möglich.

Dann die Mitglieder des Büros des GR. Sie haben nicht nur in der Sitzung selbst mit dem Zeitmanagement und dem Stimmenzählen mitgearbeitet, sondern auch bei der Sitzungsvorbereitung mitgeholfen oder mich an Anlässen stellvertreten.

Allen Mitarbeitenden der Stadtverwaltung, die auf verschiedenen Ebenen Einsätze geleistet haben. Der Organisation hier im Leepünt, allen voran Hanspeter Trüeb.

Ganz besonders aber auch meiner Frau Martina. Ihre Unterstützung war die Basis dafür, dass ich mein Amt in dieser Form ausfüllen könnte, musste sie doch hie und da zusätzlich auf mich verzichten.

Und last but not least, danke Euch allen, liebe Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats und euch lieben Stadträten für die konstruktive und wohlwollende Zusammenarbeit.

Jetzt wünsche ich allen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten, die heute ihre letzte Sitzung in diesem Amt hatten, einen guten Start in die Zeit nach dem Gemeinderat.

Dem zukünftigen Gemeinderatspräsidenten wünsche ich viele bereichernde Begegnungen und abwechslungsreiche Sitzungen. Dem Rat selbst und uns allen wünsche ich mehr Geschäfte und mehr angeregte Diskussionen und dadurch vielleicht mehr Publikum in der kommenden Legislatur.

Lasst uns wieder mehr öffentlich und engagiert diskutieren.

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Dominic Müller

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